Cannabis in der Medizin: Ein Homburger Professor berichtet!

Saarländischer Palliativ-Mediziner über THC-Präparate

Das Thema Cannabis ist in aller Munde. Aber nicht nur als Genussmittel ist es im Gespräch, sondern auch im medizinischen Bereich. Bei der Behandlung von chronischen Schmerzen spielt Cannabis eine wachsende Rolle. Der Palliativmediziner Professor Sven Gottschling vom Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg erläutert diesen Sachverhalt in der aktuellen Ausgabe des “Senioren Ratgebers”.

Insbesondere bei Nervenschmerzen könne ein Medikament mit dem Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) erfolgreich sein, so der Mediziner. “Weil es manchmal auch antidepressive und durchschlaffördernde Eigenschaften hat, wirkt es auf mehreren Ebenen.” Laut Gottschling ändert sich nicht der Schmerz, jedoch der Umgang mit selbigem. Durch die Beeinflussung der Schmerzwahrnehmung fühle sich das Problem des Patienten leichter an. 

Der Palliativmediziner betont, dass THC-haltige Präparate nur bei schweren Erkrankungen in Frage kommen, bei denen übliche Behandlungen versagt haben. “Kurz: Es bleibt nach wie vor ein Reservemedikament”, so Gottschling.

Klar unterschieden werden muss laut Gottschling zwischen Cannabis-Medikamenten und “herkömmlichen” Cannabis. In beiden Fälle stammt der therapeutische Wirkstoff aus der Hanfpflanze. “Die Medizinprodukte zeichnen sich aber durch einen genau festgelegten, gleichbleibenden und überprüften Wirkstoffgehalt aus”, sagt der Experte. Je nach Dosis und Form der Verabreichung habe THC sehr unterschiedliche Wirkungen.

Um “high” zu werden inhaliert der Hasch-Konsument das Mittel. Auch hier sieht Gottschling einen entscheidenden Unterschied zu medizinischen Cannabis-Produkten. “In der Medizin dagegen arbeiten wir mit Tropfen oder Kapseln, der Kick bleibt aus”. Zusätzlich betont der Homburger Professor, dass THC behutsam und sehr individuell bei Patienten dosiert werden müsse. Eine Therapie mit solchen Präparaten gehöre unbedingt in die Hand eines erfahrenen Arztes.

Quelle: Senioren Ratgeber, 2/2020 

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