Saarbrücken ist erneut Deutschlands „Speed-Hauptstadt“

EUROPAWEIT PLATZ 3 BEI AMPHETAMIN

Symbolfoto

Das Saarland hat ein Problem mit chemischen Drogen, dazu muss man nur auf die Zahl der jährlichen Drogentoten im Saarland blicken. Erst am letzten Wochenende ist wieder ein saarländischer Mann an den Folgen seines Drogenkonsums verstorben (wir berichteten hier).

Auch der am Mittwoch veröffentliche jährliche Bericht der europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) zu den Rauschmittelrückständen im Abwasser europäischer Städte in 2019 gibt das deutlich wieder.

Aus dem Bericht geht hervor, dass Saarbrücken die Amphetamin-Hauptstadt Deutschlands ist. Mit fast 341 mg pro 1.000 Einwohner am Tag liegt Saarbrücken sogar europaweit auf Platz 3, hinter Stockholm und Glävle (beide Schweden). Dortmund, mit 188,8 mg pro 1.000 Einwohner am Tag auf Platz 2 in Deutschland, ist weit abgeschlagen. Saarbrücken wird bereits seit 2017 als deutsche Stadt mit der höchsten Konzentration an Amphetaminrückständen im Abwasser geführt.

Auch bei anderen illegalen Betäubungsmitteln liegt Saarbrücken weit vorne im deutschlandweiten Vergleich. Bei Kokain liegt Saarbrücken auf Rang 3 hinter Dortmund und München, bei MDMA (Ecstasy) befindet sich Saarbrücken sogar auf Platz 2 hinter München.

Einzig bei Methamphetamin wird Saarbrücken nicht in der Statistik geführt. Der Wert der Messung für die auch als Crystal Meth bekannte Substanz lag unterhalb der Bestimmungsgrenze.

Es gibt jedoch auch positives: Im Vergleich zum Vorjahr sind die ermittelten Messwerte für Saarbrücken bei Amphetamin sowie MDMA deutlich gesunken. Während bei Amphetamin im vergangenen Jahr noch ein Wert von 407 mg pro 1.000 Einwohner am Tag erzielt wurde, sank der Kennwert in 2019 auf fast 341 mg pro 1.000 Einwohner am Tag.

Bei MDMA sank der Wert auf 16,5 mg pro 1.000 Einwohner am Tag, was einem Rückgang von mehr als 54 Prozent entspricht (36,3 mg pro 1.000 Einwohner am Tag in 2018). Auch bei dem Kokain-Biomarker konnte ein leichter Rückgang festgestellt werden.

Die vollständige Studie der EMCDDA ist hier zu finden (in englischer Sprache).

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